Aggression als Ressource
Basiskurs im Rahmen des Methodentrainings
"Aggression-Ausdruck-Dialog" für Menschen in verscheidenen sozialen Berufsfeldern
In diesem ersten Pilotseminar erschließen wir das Thema Aggression und Selbstwirksamkeit körperbasiert in dialogisch-konfrontativen Übungssettings. Wir stellen uns damit der widersprüchlichen Herausforderung, destruktives Verhalten zu begrenzen, dabei aber persönliche Selbstwirksamkeit zu entfesseln.
Über die körperliche und sinnliche Erfahrung unseres eigenen Aggressionspotenzials nähern wir uns in geschützten Begegnungsformen der sowohl fruchtbaren wie auch furchtbaren Seite unserer offensiven Kraft. Dabei machen wir uns eine erweiterte Definition von Aggression als Vorwärtskraft und als mögliche Ressource zu Nutze.
Wir können so durch eigenes Erleben ermessen, wie Aggression als zielgerichtete Kraft unser Handeln prägt. Sie kann salutogenetisch, bzw. sozial konstruktiv oder aber verletzend und krankmachend, bzw. sozial destruktiv wirken. Letzteres lässt sich dann als „vergiftete Aggression“ kennzeichnen. Wir explorieren, wie dann die „Entgiftung“ aussehen könnte.
Das führt uns zu diesen Fragen: Wie kann die Arbeit mit Aggressions-Ressourcen zur seelischen Entwicklung von Teilnehmer:innen, Klient:innen oder Patient:innen beitragen? Was im Besonderen kann bei der Begrenzung individuell und sozial dysfunktionaler Einstellungen helfen, wenn sich dies nicht im reinen Vermeiden von übergriffigen oder destruktiven Verhalten erschöpfen soll?
Unsere Arbeitshypothese bündelt sich darin, dass wir keine Angst vor unserer eigenen Kraft haben müssen und die daraus erwachsende Macht verantwortlich, d.h. im Sinne von dialogorientierter Konfliktfähigkeit anwenden können.
Im Seminar gehen wir auch darauf ein, inwiefern der Arbeitsansatz primär zum Selbsterleben, bzw. zur Selbstreflexion als Fachperson dient oder inwieweit er auch mit der Zielgruppe des eigenen Arbeitsfeldes anwendbar ist. Dieses Auftaktseminar
Zielgruppen: Praktiker:innen aus Beratung, Coaching, Therapie, Pädagogik, Erwachsenenbildung und …..
Das Seminar gibt einen ersten Einblick in die Aggressions-Dialog-Arbeit und wird bei späterer Teilnahme am geplanten Trainingsprogramm für Anwender:innen als Auftakt-Modul (1. Block) gewertet.
Das Training (in Planung) wird als Basisprogramm vier 3-Tages-Blöcke umfassen und danach 2 weitere Bausteine differenziert je nach Berufsgruppe als fachspezifische Aufbau- und Vertiefungseinheiten enthalten.
Begleitend zu ersten eigenen Anwendungen wird eine individuelle Supervision bzw. ein Coaching angeboten. Dementsprechend wird es ein dreistufiges Abschlusszertifikat geben:
1. Basiskurs -
2. Basiskurs + fachspezifische Ergänzung in der eigenen Disziplin -
3. BK + fs Erg. + begleiteter Praxiseinstieg
Leitung: Thomas Scheskat und das Team der Aggressions-Dialog Arbeitsgruppe
Thomas Scheskat
Pädagoge M.A., Ausbildung in Körperpsychotherapie, Seminarleiter und Einzeltrainer im Göttinger Institut für Männerbildung und Geschlechterbegegnung; Gruppenleiter im psychologischen Dienst der forensisch-psychiatrischen Landesklinik Moringen/Niedersachsen/Deutschland; Mitgründer von Wege-ohne-Gewalt-Göttingen (Verantwortungstraining bei Häuslicher Gewalt). Autor von: „Aggression als Ressource – eine verkannte Kraft neu erleben“, Psychosozialverlag Gießen, 2020.
Elke Knoblauch
... Suchttherapie und körperbasierte Verfahren
Volker Nietfeld
... Systemische Beratung und Schulpädagogik
Irina Flaig
... Forensische Psychiatrie und Psychoanalyse
Jonathan Kinast
... theologisch-kirchliche Männerbildung
Lisa Dyck
... Psychoanalyse und Tiefenpsychologie
Johannes Bühn
... Systemisches Coaching